Der Konflikt im Nahen Osten hat für uns Risiken verursacht bzw. verschärft. Neben direkten operativen Auswirkungen und möglichen negativen Konsequenzen für den globalen Handel sind dies insbesondere steigende Kosten, in erster Linie für Kraftstoff. Der anhaltende Konflikt hat die Lieferketten für Rohöl beeinträchtigt und zu angespannten Bedingungen auf dem globalen Kerosinmarkt geführt. DHL Express beobachtet die Entwicklungen aufmerksam und steuert die Risiken in der Kraftstoffversorgung aktiv. Die Kerosinbetankung ist an den wichtigsten Standorten derzeit gesichert. Aufgrund der anhaltend volatilen Entwicklungen sind die konkreten Risiken nach wie vor schwer abschätzbar und könnten sich in Zukunft erneut verschärfen; es könnten sich aber auch Chancen ergeben, insbesondere durch Volatilität in der Luftfracht bei weiterer robuster Nachfrage.
Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hat am 20. Februar 2026 die auf Grundlage des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) erhobenen Zölle rückwirkend für rechtswidrig erklärt. Die Einführung des Consolidated Administration and Processing of Entries (CAPE) Systems zur Rückabwicklung der Zölle reduziert den von uns ursprünglich befürchteten administrativen Aufwand, sodass das Risiko derzeit geringer eingeschätzt wird als zunächst angenommen, aber weiterhin dem Grunde nach besteht.
Zum 1. Juli 2026 wurde in der EU die Zollbefreiung im E-Commerce-Bereich für Waren mit einem Sachwert von bis zu 150 Euro abgeschafft und ein pauschaler Zollsatz von 3 Euro eingeführt. Durch die Abschaffung der EU-Zollfreigrenze entstehen Mehrkosten für Kunden sowie administrative Aufwände für Wirtschaftsbeteiligte. Diese können sich auf Warenströme und Lieferketten unterschiedlich auswirken und kurzfristig Rückgänge bei B2C-Sendungen aus dem Ausland bedingen.
Basierend auf den dargelegten Entwicklungen stellen zoll- und handelsrechtliche Vorschriften und Maßnahmen für uns, wie im Geschäftsbericht 2025 dargestellt, zum Stichtag 30. Juni 2026 weiterhin ein Risiko mittlerer Bedeutung dar.
Darüber hinaus hat sich die im Geschäftsbericht 2025 dargestellte Chancen- und Risikosituation des Konzerns im ersten Halbjahr 2026 nicht wesentlich verändert. Aus dem konzernweiten Früherkennungssystem wie auch nach Einschätzung des Konzernvorstands sind aktuell keine Risiken absehbar, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des Konzerns gefährden. Diese drohen auch nicht in absehbarer Zukunft.