Obwohl die Wirtschaftsdaten und Frühindikatoren im vierten Quartal 2025 für eine nur leichte Abschwächung des globalen jahresdurchschnittlichen BIP-Wachstums von 2,9 % im Jahr 2025 auf 2,7 % im Jahr 2026 sprechen, bestehen weiterhin große geopolitische Unsicherheiten. Veränderungen in der Zoll- und Handelspolitik beeinflussen die internationalen Frachtmärkte. In Europa sollte sich die fiskalpolitische Lockerung in Deutschland durch die beiden Sondervermögen für Rüstung und Infrastruktur zunehmend stützend auswirken, zumal sich gleichzeitig die in den Jahren 2024 und 2025 gestiegene reale Kaufkraft bisher nur begrenzt in höheren Konsumausgaben niedergeschlagen hat.
S & P Global Market Intelligence rechnet für die wichtigsten Länder und Regionen mit folgenden BIP-Zuwächsen im Jahr 2026: In den USA sollte sich das Wachstum von 2,2 % auf 2,3 % leicht erhöhen, in China von 5,0 % auf 4,6 % und in der Eurozone von 1,5 % auf 1,1 % jedoch verringern. Deutschlands Wirtschaft dürfte 2026 entgegen der Entwicklung in der EU insgesamt mit etwa 0,8 % moderat stärker wachsen als im Jahr 2025, was auf die Impulse durch zusätzliche öffentliche Investitionen zurückzuführen ist.
Das Wachstum des internationalen Expressmarktes hängt gerade im Hinblick auf das B2B-Geschäft stark von der Konjunktur ab. Für das Jahr 2026 erwarten wir, abhängig vom Konjunkturverlauf, weiterhin ein nur moderates Wachstum. Dies entspricht unserer grundsätzlichen Erwartung, dass das Wachstum der B2B-Volumen mittelfristig etwa dem des globalen Handels entsprechen wird. Die Entwicklung der B2C-Volumen war in den letzten Jahren stark von konjunkturellen Schwankungen sowie Änderungen bei Zöllen und Handelspolitik beeinflusst. Eine Stabilisierung dieser externen Einflüsse würde daher eine Rückkehr zu internationalem B2C-Wachstum unterstützen.
Die Entwicklung in der Frachtlogistik hängt stark von der Konjunktur ab und bleibt im Rahmen der unsicheren Marktlage schwer einschätzbar. In der Luft- und Seefracht erwarten wir für das Jahr 2026 ein verhaltenes Wachstum. Die Situation im Roten Meer bleibt ein relevanter Einflussfaktor für die künftigen Rahmenbedingungen. Zusätzlich dürfte die Unsicherheit im Zusammenhang mit Zöllen und potenziellen handelspolitischen Maßnahmen verschiedener Länder weiterhin hoch bleiben. Angesichts einer eher moderaten konjunkturellen Entwicklung erwarten wir auch im europäischen Landverkehrsmarkt im Jahr 2026 ein nur verhaltenes Volumenwachstum.
Im Jahr 2026 wird der Kontraktlogistikmarkt seinen langfristigen Wachstumstrend voraussichtlich fortsetzen. Zu den wesentlichen Treibern zählen die anhaltend hohe Komplexität der Lieferketten, die Verbreitung von Omnichannel-E-Commerce-Lösungen und komplexe Anforderungen im Bereich Life Sciences & Healthcare. Diese strukturellen Trends fördern den Bedarf an flexiblen und agilen Logistiklösungen. Inflation, die allgemeine Wirtschaftslage und Arbeitskräftemangel stellen für den Kontraktlogistikmarkt gleichermaßen Herausforderungen wie Chancen dar.
Es wird erwartet, dass das Wachstum von E-Commerce anhält und sich sein Anteil am gesamten Einzelhandelsumsatz weiter vergrößert. Im Einklang mit der Umsetzung unserer Expansionspläne werden wir weiterhin in unser Netzwerk, effiziente Abläufe auf der letzten Meile und die Infrastruktur investieren. Wir sehen weitere Expansionsmöglichkeiten durch organisches und anorganisches Wachstum sowie lokale und regionale Partnerschaften mit Frachtführern, Postdienstleistern und Marktplätzen.
Der deutsche Markt für papiergebundene Brief Kommunikation wird weiterhin zurückgehen, da zunehmend digital kommuniziert wird. Wir werden das Produktportfolio von Post & Paket Deutschland weiter an diese Entwicklung anpassen und die gemeinsame Zustellung von Brief und Paket (Verbundzustellung) weiter ausbauen.
Der deutsche Werbemarkt dürfte im Jahr 2026 leicht ansteigen. Die Verlagerung von papiergebundener Werbekommunikation zu Online-Vermarktung setzt sich aber weiter fort, sodass die Volumen im physischen Werbemarkt und damit für unsere Dialogmarketing-Leistungen rückläufig sein dürften.
Im internationalen Geschäft werden nach aktueller Einschätzung die deutlich rückläufigen Mengen an Dokumenten durch eine steigende Anzahl von Warensendungen zum Teil kompensiert. Der intraeuropäische und der darüber hinausgehende internationale E-Commerce könnten trotz verhaltener Konsumstimmung weiter wachsen, wobei die Volumen auf Handelsrouten, die durch Restriktionen und höhere Zölle erfasst werden, auch deutlich rückläufig sein können.
Wir erwarten, dass sich die Entwicklung im nationalen und paneuropäischen E-Commerce weiter stabil fortsetzt und der deutsche Paketmarkt im Jahr 2026 erneut leicht wächst. Daher bauen wir unser Paketnetzwerk sowie das Netz an Packstationen und Poststationen weiter aus. Ferner erweitern wir unser Angebot in der elektronischen Kommunikation, sichern die Qualitätsführerschaft und flexibilisieren, wo möglich, die Transport- und Zustellkosten.