Steuerung

Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

DHL Group nutzt finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren zur Unternehmenssteuerung. Ihre monatliche, vierteljährliche und jährliche Veränderung wird mit Vorjahres- und Plandaten verglichen und entsprechend gesteuert. Die jährliche Entwicklung der hier dargestellten Steuerungsgrößen ist auch für die Bemessung der Managementvergütung relevant. Die finanziellen Leistungsindikatoren des Konzerns sollen das Gleichgewicht zwischen Profitabilität, effizientem Einsatz von Ressourcen und ausreichender Liquidität wahren. Wie diese Kennzahlen berechnet werden, zeigen wir in den Berechnungen. Wie sich die finanziellen Kennzahlen im Geschäftsjahr entwickelt haben, wird im Wirtschaftsbericht erläutert; die Entwicklung der nichtfinanziellen Kennzahlen in der Konzern-Nachhaltigkeitserklärung.

Es gab im Geschäftsjahr 2025 keine Änderungen im finanziellen Steuerungssystem des Konzerns. Ab dem Jahr 2026 wird für die Steuerung der Kapitaleffizienz die Kennzahl ROIC (Return on Invested Capital) anstatt des EAC (EBIT after Asset Charge) herangezogen. Damit verbessern wir die Vergleichbarkeit mit Wettbewerbern. Zudem ersetzt die Kennzahl Free Cashflow ohne Akquisitionen und Desinvestitionen (FCF ohne M&A) die bisherige Steuerungsgröße Free Cashflow, um die zugrundeliegende operative Leistung des Konzerns angemessen zu bewerten und keinen Fehlanreiz im Hinblick auf die Strategie 2030, die auch anorganische Wachstumsoptionen einschließt, zu setzen.

Wir messen den Fortschritt in der Nachhaltigkeit anhand von sieben nichtfinanziellen Steuerungsgrößen: Logistikbezogene Treibhausgas-(THG-)Emissionen, Realisierte Dekarbonisierungseffekte, Mitarbeiterengagement, Frauenanteil im mittleren und oberen Management, Unfallrate (LTIFR) pro einer Million Arbeitsstunden, Anteil gültiger Zertifikate für Compliance-Schulungen im mittleren und oberen Management sowie Cybersicherheits-Rating. Die Steuerungsgrößen Realisierte Dekarbonisierungseffekte, Mitarbeiterengagement und Cybersicherheits-Rating fließen zudem mit einer Gewichtung von jeweils 10 % in das Zielportfolio der Jahreserfolgsvergütung des Vorstands ein. Diese Steuerungsgrößen werden auch in der Bonusberechnung der Führungskräfte im oberen Management berücksichtigt. Ziele und Ergebnisse dieser Kennzahlen enthält der Wirtschaftsbericht, die Entwicklung schildern wir in der Konzern-Nachhaltigkeitserklärung, den Ausblick auf das Geschäftsjahr 2026 erläutern wir im Kapitel Prognose, Chancen und Risiken.

EBIT und EBIT after Asset Charge

Die Profitabilität der Geschäftsbereiche des Konzerns wird mit dem Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) gemessen. Es werden keine segmentspezifischen finanziellen Steuerungsgrößen verwendet.

Bis einschließlich des Geschäftsjahres 2025 ergänzt das EBIT after Asset Charge (EAC, Gewinn nach Kapitalkosten) das EBIT um eine Kapitalkostenkomponente, die als Asset Charge abgezogen wird. Indem die Kapitalkosten in unternehmerische Entscheidungen einbezogen werden, wird der effiziente Einsatz der Ressourcen gefördert und das operative Geschäft auf nachhaltige Wertsteigerung und Mittelzufluss ausgerichtet.

Die Grundlage zur Berechnung der Kapitalkosten bildet der Konzernkapitalkostensatz (Weighted Average Cost of Capital, WACC), der aus dem gewichteten Durchschnitt der Nettokosten für verzinsliches Fremdkapital und Eigenkapital berechnet wird. Dabei werden gemäß „Capital Asset Pricing Model“ unternehmensspezifische Risikofaktoren berücksichtigt.

Es wird ein für alle Unternehmensbereiche einheitlicher Kapitalkostensatz von 8,5 % verwendet, der zugleich auch eine Mindestzielgröße für Projekte und Investitionen im Konzern darstellt. Er wird grundsätzlich einmal jährlich anhand der aktuellen Finanzmarktverhältnisse überprüft. Um die Asset Charge mit denen der Vorjahre besser vergleichbar zu machen, wurde der hier verwendete WACC im Jahr 2025 verglichen mit den Vorjahren konstant gehalten.

Die Berechnung der Asset Charge erfolgt monatlich, sodass auch unterjährige Schwankungen im betrieblichen Nettovermögen berücksichtigt werden. In den Berechnungen wird die Zusammensetzung der Nettovermögensbasis gezeigt.

Ab dem Jahr 2026 wird die Steuerung unseres Geschäfts neben dem EBIT am Return on Invested Capital (ROIC, Kapitalrendite) ausgerichtet. In der Managementvergütung findet der ROIC in der langfristigen Komponente Anwendung und wird als Dreijahresdurchschnitt herangezogen. Die Kapitalrendite stellt das Verhältnis des operativen Ergebnisses (EBIT) zum investierten Kapital dar und gibt an, welcher Prozentsatz des eingesetzten Kapitals über einen rollierenden Zeitraum von zwölf Monaten als EBIT erwirtschaftet wird. Das investierte Kapital entspricht dabei der bisher für die Berechnung des EAC genutzten Größe der Nettovermögensbasis. Für das investierte Kapital wird eine Durchschnittsgröße über die letzten zwölf Monate gebildet, sodass auch unterjährige Schwankungen weiterhin berücksichtigt werden.

Free Cashflow ermöglicht Steuerung der Liquidität

Ein weiterer wesentlicher finanzieller Leistungsindikator für das Konzernmanagement ist der Cashflow. Damit wird auf eine ausreichende Liquidität abgezielt, um neben operativen Zahlungsverpflichtungen und Investitionen auch alle finanziellen Verpflichtungen des Konzerns aus Schuldentilgung und Dividende decken zu können. Der Cashflow wird mithilfe der Kapitalflussrechnung ermittelt.

Der operative Cashflow (OCF) berücksichtigt alle Größen, die mit der unmittelbaren operativen Wertschöpfung verbunden sind. Eine weitere wesentliche Einflussgröße des OCF ist das kurzfristige Nettovermögen (Net Working Capital). Effektives Management des kurzfristigen Nettovermögens ist für den Konzern ein wichtiger Hebel, um den Cashflow kurz- und mittelfristig zu verbessern.

Der Free Cashflow (FCF) als steuerungsrelevanter Leistungsindikator basiert auf dem OCF und gibt an, wie viele Zahlungsmittel dem Unternehmen aus dem Berichtszeitraum für Ausschüttungen oder Rückführung der Verschuldung zur Verfügung stehen. Ab dem Jahr 2026 wird der Free Cashflow als steuerungsrelevanter Leistungsindikator ersetzt durch den Free Cashflow ohne Akquisitionen und Desinvestitionen (FCF ohne M&A), sprich unter Ausschluss von Zahlungsmittelflüssen für Unternehmenserwerbe und -veräußerungen.

Berechnungen
   
EBIT =
(Ergebnis der betrieblichen
Tätigkeit)
Umsatzerlöse
+ Sonstige betriebliche Erträge
± Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen
- Materialaufwand
- Personalaufwand
- Abschreibungen
- Sonstige betriebliche Aufwendungen
± Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen
EAC =
(EBIT after Asset Charge,
Gewinn nach Kapitalkosten)
EBIT
- Kapitalkosten (Asset Charge) (= Nettovermögensbasis × Konzernkapitalkostensatz (WACC))
Nettovermögensbasis/
Investiertes Kapital =
Operative Vermögenswerte
  • Immaterielle Vermögenswerte (inklusive Firmenwerte)
  • Sachanlagen
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Teil des Net Working Capital)1
  • Sonstige operative langfristige Vermögenswerte2
- Operative Verbindlichkeiten
  • Operative Rückstellungen (ohne Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen)
  • Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Teil des Net Working Capital)1
  • Sonstige operative langfristige Verbindlichkeiten2
ROIC =
(Return on Invested Capital,
Kapitalrendite)
EBIT der letzten zwölf Monate/durchschnittliches investiertes Kapital der letzten zwölf Monate
FCF ohne M&A =
(Free Cashflow ohne Akquisitionen
und Desinvestitionen)
EBIT
+ Abschreibungen
± Ergebnis aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten
± Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge
± Veränderung der Rückstellungen
± Veränderung der sonstigen langfristigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
+ Erhaltene Dividenden
± Ertragsteuerzahlungen
= Operativer Cashflow vor Veränderungen des kurzfristigen Nettovermögens (Net Working Capital)
± Veränderung des Net Working Capital
= Operativer Cashflow (Mittelzufluss/-abfluss aus operativer Geschäftstätigkeit) (OCF)
± Zahlungsmittelzufluss/-abfluss aus der Veränderung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten
- Zahlungsmittelabfluss aus Leasing
± Nettozinszahlungen (ohne Leasing)
FCF =
(Free Cashflow)
Free Cashflow ohne Akquisitionen und Desinvestitionen
± Zahlungsmittelzufluss/-abfluss aus Akquisitionen/Desinvestitionen
1 Schließt kurzfristige Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit Bezug auf das EBIT ein. Nicht enthalten sind zum Beispiel Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit Bezug auf Steuern, Finanzierung und liquide Mittel. 2 Schließt sonstige langfristige Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit Bezug auf das EBIT ein. Nicht enthalten sind zum Beispiel Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit Bezug auf Steuern oder Bonds.

Treibhausgasemissionen steuern und reduzieren

Wir wollen die durch unsere Geschäftstätigkeit verursachten Treibhausgas-(THG-)Emissionen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern, um die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf das globale Klima zu mindern.

Als mittelfristige Zielgröße nutzen wir die logistikbezogenen THG-Emissionen. Mit einer zweiten Steuerungsgröße, den Realisierten Dekarbonisierungseffekten, berechnen wir die Emissionen, die wir durch den Einsatz von Energien aus erneuerbaren Quellen und nachhaltigen Technologien im Vergleich zu konventionellen Energien und Technologien vermeiden konnten.

Bei der Ermittlung unserer THG-Emissionen berücksichtigen wir anerkannte Standards wie das Greenhouse Gas Protocol, die ISO 14083 und das Global Logistics Emissions Council (GLEC) Framework. Dabei verwenden wir die Emissionsfaktoren des GLEC Framework 3.1 (Kerosin, Diesel, Kraftstoffe aus Erdgas) und das Faktorset 2024 der International Energy Agency (Strom und Fernwärme). Für die Berechnung marktbasierter Effekte (Zertifikate über die Substitution fossiler Kraftstoffe an dritter Stelle) nutzen wir die Vorgaben des „Voluntary Market Based Measures Framework for Logistics Emissions Accounting and Reporting“ des Smart Freight Centre. Emissionsreduktionen durch Offsetting werden in unserer THG-Emissionsberechnung nicht berücksichtigt.

In unserer Steuerung betrachten wir die logistikbezogenen THG-Emissionen einschließlich der Vorkette aus der Kraftstoffproduktion (Well-to-Wheel) und beziehen die durch unsere Transportpartner verursachten bzw. vermiedenen THG-Emissionen (Scope 3) ein. In der Berechnung der Scope⁠–⁠3-Emissionen erfassen wir die THG-Emissionen der Kategorien 3 „Kraftstoff- und energiebezogene Aktivitäten“, 4 „Eingekaufte Transportleistungen“ und 6 „Geschäftsreisen“, die auch in unseren Zielen berücksichtigt werden. Ein wesentlicher Schwerpunkt unserer Klimaschutzmaßnahmen liegt auf dem Einsatz von nachhaltigen Kraftstoffen. Die hierdurch erzielten Einspareffekte bieten uns die Chance, Klimaschutz in der eigenen Lieferkette gezielt umzusetzen. Die Substitution fossiler Brennstoffe erfolgt dabei entweder durch die direkte Nutzung oder über den Nachweis eingebrachter zertifiziert nachhaltiger Kraftstoffe und ermöglicht einen positiven Einfluss auf unsere Zielerreichung. Nicht logistikbezogene THG-Emissionen in den Scope⁠–⁠3-Kategorien 1 „Eingekaufte Waren und Dienstleistungen“, 2 „Anlagegüter“ und 7 „Pendelverkehre der Beschäftigten“ berücksichtigen wir in der Steuerung nicht, da sie weniger relevant sind.

Mitarbeiterengagement als Erfolgsfaktor

Motivierte und engagierte Beschäftigte tragen zum Unternehmenserfolg bei. Im Rahmen der jährlichen konzernweiten Befragung können alle Beschäftigten, die zum Stichtag der Einladung seit mindestens drei Monaten aktiv bei DHL Group beschäftigt sind, die Strategie und die Werte des Unternehmens sowie ihre Arbeitsbedingungen anonym bewerten. Die Steuerungsgröße Mitarbeiterengagement stellt das aggregierte und gewichtete Ergebnis von fünf Aussagen in der jährlichen konzernweiten Befragung der Beschäftigten dar.

Diversität fördern

Mit der Steuerungsgröße Frauenanteil im mittleren und oberen Management messen wir den Erfolg unserer Maßnahmen zur Gleichbehandlung und Chancengleichheit. Führungskräfte in Teilzeitbeschäftigung werden darin pro Kopf erfasst. Im Geschäftsjahr 2025 haben wir unsere Maßnahmen und Ziele aufgrund der geänderten lokalen rechtlichen Vorgaben in den USA überprüft. Um im Einklang mit der lokalen Gesetzgebung zu handeln, beziehen wir Beschäftigte in den USA weder in die Steuerung noch in unsere Ziele ein.

Arbeitssicherheit als Schwerpunkt

Die Auswirkung von Arbeitsunfällen messen wir mit der Unfallrate (Lost Time Injury Frequency Rate, LTIFR). Sie wird anhand der Anzahl der arbeitsbedingten Unfälle pro einer Million Arbeitsstunden ermittelt, die für die betroffenen Personen mindestens zu einem Arbeitstag Ausfall nach dem Unfalltag führen.

Cybersicherheit unabhängig extern bewerten

Unsere Cybersicherheit wird durch die externe Rating-Agentur BitSight unabhängig bewertet. Dieses Cybersicherheits-Rating beruht auf der technischen Analyse etwaiger Schwachstellen und weist das bewertete Unternehmen auf mögliche Sicherheitsrisiken hin; die Bewertung der Sicherheitslage erfolgt täglich durch einen automatisierten Service. Im Gegensatz zu einer Selbsteinschätzung bietet ein Cybersicherheits-Rating höhere Transparenz und ermöglicht durch die Standardisierung eine Vergleichbarkeit mit anderen Unternehmen. Wir vergleichen unsere Performance mit DAX⁠–⁠40-Unternehmen sowie Großkunden und Logistikunternehmen, die nicht dem DAX angehören. Die Kennzahl Cybersicherheits-Rating von BitSight ist steuerungsrelevant und fließt auch in die Jahreserfolgsvergütung des Vorstands ein.

Compliance-relevante Schulungen durchführen

Unser Anspruch ist es, ein verlässlicher und vertrauenswürdiger Partner in allen Geschäftsbeziehungen zu sein. Unsere Führungskräfte nehmen gegenüber den Beschäftigten und Geschäftspartnern eine wichtige Vorbildfunktion im Geschäftsalltag ein. Entsprechende Schulungen für die Führungskräfte sind daher von großer Bedeutung. Den Erfolg messen wir anhand des Anteils gültiger Zertifikate für Compliance-Schulungen im mittleren und oberen Management.

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